Themen » Stadtgestaltung » Zeitungsartikel » Gestaltung des Marktplatzes ein Dauerbrenner in Herzberg

Gestaltung des Marktplatzes ein Dauerbrenner in Herzberg

Die nächste Ausbauvariante auf dem Beratungstisch

Herzberg (of). Seit rund 15 Jahren denken Rat und Verwaltung in Herzberg darüber nach, wie der Marktplatz in Herzberg gestaltet werden könnte, damit er nicht nur eine Ansammlung von Autoblech darstellt, sondern die "gute Stube" der Stadt Herzberg sein kann.

In dieser langen Überlegungsphase gab es schon mehrere konkrete Ausbaupläne. Vieles wurde mit Anliegern des Marktplatzes und mit Einwohnern, die nicht am Markt wohnen, diskutiert. Dabei zeigte sich, daß mit dem "Wohn-Abstand zum Markt die Akzeptanz eines mehr oder weniger autofreien Marktplatzes wächst.

Das wurde auch am Montagabend im Hotel "Eng1ischer Hof" einmal mehr deutlich, als sich im Anschluß an einen Vortrag des Stadtplaners Dipl.-Ing. von Lange über   jüngste Ausbaukonzept für den Marktplatz gleich eine "Stimme des Volkes" meldete und nicht nur eine Befragung der Anlieger des Marktplatzes, sondern der Herzberger Bürger insgesamt forderte.

Vor den gemeinsam tagenden Ausschüssen für das Bauwesen und für Umwelt und Verkehr des Rates der Stadt Herzberg machte Dipl.-Ing. von Lange seine Vorschläge, wie die insgesamt 6600 qm Fläche des Herzberger Marktplatzes so aufgeteilt werden könnten, daß von den jetzt 101 Parkplätzen noch 88 übrig bleiben, aber dennoch ein gößerer Kernbereich direkt vor dem alten Rathaus ausschließlich für den Fußgänger reserviert wird.

Sein Konzept sieht vor, daß die von ihm als "sehr üppig" bezeichneten Fahrmöglichkeiten auf dem Marktplatz stark reduziert werden. Es soll nur noch von Brauhausstraße/Reckengasse, Rathausstraße und Hindenburgstraße einige wenige Meter in den Marktbereich, hineingefahren werden können und mit Wendemöglichkeiten auf dem selben Weg wieder hinaus. Eine stark verengte Durchfahrt an der Südseite des alten Rathauses soll auf keinen Fall dem Durchgangsverkehr dienen.

Der Stadtplaner stellte den Verantwortlichen in Herzberg die provozierende Frage, daß sie sich entscheiden müßten, ob der Marktplatz in der Hauptsache für die Autos oder in der Hauptsache für die Menschen da sein solle.

Mit dieser Frage und mit Vorschlägen für einen Umbau des Marktes in insgesamt fünf  Abschnitten werden sich nun die Fraktionen des Rates der Stadt beschäftigen müssen. Es soll aber auch erneut das Gespräch mit Anliegern und interessierten Bürgern in Herzberg gesucht werden.

Offen sind die Fragen, wie das gesamte Ausbaukonzept, daß ein vom Stadtplaner auf rund 2,3 bis 2,5 Mio Mark geschätztes Volumen hat, finanziert werden soll.

 

Aus dem Harz Kurier vom 24. März 1993