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Brot, Brötchen und Kuchen werden teurer

Verbände: Grund sind höhere Preise für Getreide

DÜSSELDORF. Backwaren werden teurer. Grund seien vor allem die höheren Kosten bei Rohstoffen und Energie sowie Lohnerhöhungen, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien, Helmut Klemme, gestern in Düsseldorf. Auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks kündigte Preissteigerungen an. Über alle Produkte von Brötchen bis Kuchen dürften die Aufschläge zwischen zwei und drei Prozent ausmachen, teilte der Verband in Berlin mit.

Die Preise für Roggen und Weizen seien gut doppelt so hoch wie im Vorjahr, sagte Helmut Martell, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Großbäckereien. Auch bei Mais und Gerste seien die Preise dramatisch gestiegen. Die Kosten pro Brot hätten sich damit um sieben bis acht Cent erhöht. Als vor drei Jahren die Rohstoffpreise schon einmal ähnlich dramatisch gestiegen seien, sei der Preis für ein 500-Gramm-Brot im Schnitt um fünf Cent erhöht worden. Ahnlich sei es in diesem Jahr zu erwarten.

Kosten für Brot haben sich um bis zu acht Cent erhöht

Die Erlöse der Handwerksbäcker schrumpften vergangenes Jahr leicht auf 12,8 Milliarden Euro. Für 2010 zeichnet sich ein stabiler Umsatz ab. Die Zahl der Betriebe ging in den vergangenen zehn Jahren um ein Viertel zurück und liegt nun bei nur noch rund 16000. Dabei steigt der Marktanteil der Großbäckereien stetig: Rund 60 Prozent des Branchenumsatzes werden von Groß- und Lieferbäckereien erwirtschaftet.

In Handwerksbetrieben sind deutschlandweit 291900 Menschen beschäftigt, in Groß- und Lieferbäckereien sowie Discount-Bäckereien etwa 35000. Jeder Deutsche isst Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge pro Jahr rund 75 Kilogramm Backwaren - mehr als jeder andere Europäer.

Jedes Jahr bleiben in Deutschland rund 80000 Tonnen Brot und Brötchen übrig. Das sei mehr als zehn Prozent der Gesamtproduktion, teilte der Verband Deutscher Großbäckereien gestern mit. Dabei handele es sich einerseits um Backwaren, die in Haushalten weggeschmissen werden, und andererseits um Brot und Brötchen, die in Geschäften nicht verkauft werden konnten. dpa

 

Aus dem Harz Kurier vom 11. September 2010