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Warum so viele Lungenkrebstote im Kreis OHA?

CDU-Anfrage im Osteroder Rat - Verwaltung ratlos

Osterode(cap). Darauf wußte auch die Osteroder Stadtverwaltung keine Antwort. CDU-Ratsherr Frank Seeringer wollte in der vergangenen Woche im Stadtrat wissen, warum im Kreis Osterode statistisch die höchste Lungenkrebsrate in Niedersachsen festgestellt wurde. Seeringer bezog sich dabei auf eine Veröffent1ichung im Harzkurier im November letzten Jahres über eine Studie des Landesamtes für Statistik.

Danach teilte sich Osterode den ersten Platz mit der höchsten Lungenkrebsrate mit dem Landkreis Celle. Hier kamen 10 Lungenkrebstote auf 10 000 Einwohner.

"Wir alle gingen bisher davon aus, daß Osterode durch seine geographische Lage direkt am Harz mit seinen großen Waldgebieten und seiner Tallage in Ost-West-Richtung eine gesundheitlich und klimatisch bevorzugte Lage hätte," meinte Seeringer in seiner Anfrage. Auch sei nichts von gesundheitsschädlichen Emissionen der Industrie bekannt. Schwer vorstellbar sei auch die Verkehrsdichte und hohe Abgasbelastung durch die Schnellstraße oder den Innenstadtring.

Der Verwaltung lägen weder Daten und Untersuchungen vor noch habe sie eine Erklärung für die Ursache, antwortete Stadtdirektor Enno Mönnich. Die Verwaltung werde aber in dieser Frage Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen. Die Frage nach Vorschlägen über Maßnahmen, die Ursachen des Lungenkrebses eindämmen könnten, beantwortete der Stadtdirektor mit dem Satz: "Ich kann nur allen Rauchern raten, damit aufzuhören".

Eine Anfrage der Grünen, ob die Stadt nicht eine gesonderte "Niederschlagsgebühr" einführen wolle, verneinte der Stadtdirektor. Der Anteil an der Gesamtgebühr betrage nur 13 bis 14 %.

 

Aus dem Harz Kurier vom 03. April 1995

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