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Thema: Luftverschmutzung

Verein für Umweltschutz in Herzberg lädt ein

Herzberg (vus). Mit einem Vertreter des Ökologischen Ärztebundes soll am 9. Mäz 1990 im Hotel "Englischer Hof" ein Gespräch über die Luftverschmutzung in Herzberg und ihre möglichen gesundheitlichen Gefahren geführt werden. Der Verein für Umweltschutz Herzberg lädt dazu alle interessierten Einwohnerinnen und Einwohner ein.

Ärzte, die Mitglied des Ökologischen Ärztebundes werden wollen, können sich wenden an: Ökologischer Ärztebund e.V., Bundesgeschäftsstelle: Klaus-Uwe Krocker, Kurhaus, 8117 Bayerswien.

Am ersten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, am 26. April 1987, konsituierte sich in Bayern der Ökologische Ärztebund. Etwa ein halbes Jahr später fand der Gründungskongreß statt. Der Bund nimmt sich des folgenden ethischen Prinzips besonders an: "Als Arzt muß man nicht nur seine Verantwortung den Patienten gegenüber erkennen, sondern sich auch seiner Verantwortung der Gesellschaft, Kollegen und sich selbst gegenüber bewußt sein." Der Ökologische Ärztebund sammelt jene Kräfte in der Ärzteschaft, die sich nicht mit Symptombehandlungen zufriedengeben, sondern die krankmachenden Faktoren in Gesellschaft und Umwelt aufspüren und deren rasche Beseitigung verlangen und betreiben.

Folgerichtig sind die Ziele des Vereins: "Ärzte haben eine besondere Verantwortung für Gesundheit und Mit-Welt. Vereinszweck ist die Bewahrung bzw. Wiederherstellung der natürlichen Lebensgrundlagen sowie der Schutz der menschlichen Gesundheit. Durch Forschung, Wissensvermittlung, Abhandlung, Korrespondenz und Aktionen leistet der Verein einen Beitrag zur Bildung des ökologischen Bewußtseins und dessen Berücksichtigung in der Gesundheitspolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Institutionen und Organisationen ähnlicher Zielsetzung wird Zusammenarbeit angeboten." Unter dem Eindruck der Folgen der Katastrophe von Tschernobyl, der Unbeherrschbarkeit von Großtechnologien ist aus Sicht des Vereins für Umweltschutz mit dem Ökologischen Ärztebund eine Organisation entstanden, die sich mit Fachwissen den Problemen unserer Zeit in Bezug auf den Schutz der existentiellen Lebensgrundlagen stellt.

 

Aus dem Harz Kurier vom 08. März 1990

  

Luftüberwachung in Herzberg

Grenzwerte

Maximal zulässige (in mg/m3)
Immissionswerte ½-h-Wert 24-h-Wert
Schwefeldioxid (SO2) 1,000 0,300
Stickstoffdioxid (NO2) 0,200 0,100
Schwebstaub (Stb) - 0,300

Stand: 1990

Situationsbericht LÜN

Standort: Herzberg, Am Juessee (HGCC)
Tagesmittelwerte vom 6.3.90, 0.30-24.00 MEZ
Aktuelle Werte vom 7.3.90, 12.00 MEZ
Werte SO2 mg/m3 NO2 mg/m3 STB mg/m3
mittel 0,010 0,020 0,017
aktuell <0,015 0,037  
maximal 0,015 0,033  
Uhrzeit 18.00 16.00