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Südniedersachsen und Harz gehören zu Problemgebiet

Waldsterben nimmt weiter zu

Hannover/Northeim (six). Das Waldsterben in Niedersachsen nimmt weiter zu. Das geht aus einer Statistik hervor, die der niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaften und Forsten kürzlich veröffentlicht hat.

In Niedersachsen wird das Ausmaß der Waldschäden nach einem schon 1984 eingeführten bundeseinheitlichen Stichprobenverfahren untersucht. An 806 Aufnahmepunkten hat die Niedersächsiche Forstliche Versuchsanstalt rund 20000 Bäume auf Schadensymptome untersucht. Dabei wurde festgestellt, daß die Waldschäden 1986 insgesamt 37 Prozent der niedersächsichen Waldfläche erfaßt haben.

Besonders bedrohlich ist die regional sehr starke Schädigung von Beständen, die älter als 60 Jahre sind. So sind beispielsweise im südniedersächsischen Bergland nur noch 28 Prozent, im Küstenraum 19 Prozent und im Harz sogar nur noch 14 Prozent dieser Bestände gesund. Das Südniedersächsische Bergland und der Harz gehören mit Anteilen von 51 bis 60 Prozent geschädigter Waldbestände zu den am härtesten betroffenen Gebieten.

Bei der Buche sind zwei Prozent (1985: ein Prozent) stark geschädigt oder abgestorben, 14 Prozent mittelstark (1985: vier Prozent) und 43 Prozent schwach (38 Prozent) geschädigt. Ohne Schadensmerkmale sind nur noch 41 Prozent (57 Prozent). Bei der Eiche sind 44 Prozent ohne Schadensmerkmale (1985: 60 Prozent), ein Prozent stark geschädigt oder abgestorben, 14 Prozent mittelstark (1985: neun Prozent) und 41 Prozent (31 Prozent) schwach geschädigt. Und bei der Fichte sind drei Prozent stark (1985: zwei Prozent), 13 Prozent mittelstark (14 Prozent) und 24 Prozent schwach (24 Prozent) in Mitleidenschaft gezogen. Wie im Vorjahr sind 60 Prozent ohne Schadensmerkmale.

Für die Waldschäden werden vor allem Schwefeldioxid, das bei der Verbrennung von Kohle und Öl entsteht, Stickoxide, Schwermetalle und Ozon, das sich unter Einfluß von Sonnenlicht aus Sauerstoff, Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen bildet, verantwortlich gemacht.

 

Aus dem Harz Kurier vom 25. Mai 1987