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Schäden durch Lärm und Abgase

Wissenschaftliches Gutachten belegt Probleme an der B 243 - AG B 243neu fordert Nachtfahrverbot

BARBIS/OSTERHAGEN. Vor zehn Jahren hat im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft B 243neu Barbis/Osterhagen Prof. Dr. Hartmut Ising (Direktor i.R. des Umwelt Bundes Amt in Berlin) mit dem Osteroder HNO-Arzt und Umweltmediziner Manfred Eilts, den Kinderärzten Dr. Hubertus Weinhold, Gert-F. Lieber sowie weiteren Umweltexperten ein wissenschaftliches Gutachten erstellt, welches Gesundheitsschäden durch den Lärm in den Nachtstunden und die Abgase der Fahrzeuge aufzeigt.

Teile der Studie wurden in Fachzeitschriften sowie auch in England und den USA veröffentlicht. Nach dem Gutachten haben die Anwohner der viel befahrenen Bundesstraße bereits bleibende Gesundheitsschäden, zu denen Diabetes, Erkrankungen der Bronchien, Asthma, Allergien, Neurodermitis und Kreislaufbeschwerden zählen.

Wesentliche Teile der Untersuchung, so die Sprecherin der AG B 243neu Helga Bürmann-Hackbarth, fanden inzwischen durch Prof. Dr. Hartmut Ising den Weg in die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichen Nachtgeräuschrichtlinien für Europa. Dafür gebühre Ising und den an der Studie Mitwirkenden Dank. Zugleich, so Helga Bürmann-Hackbarth, zeige diese für Europa verbindliche Richtlinie der WHO, wie auch die ]ahresberichte des lufthygienischen Überwachungssystem Niedersachsen und dessen Messungen, dass die Behörden nach wie vor gegen Recht verstoßen. Sowohl die erhöhten Feinstaub-, Stickstoffdioxid- und Stickstoffoxidewerte, wie auch die Kohlenmonoxidwerte sowie die Benzolkonzentrationen stehen dem Recht auf körperliche Unversehrtheit entgegen. Zwar seien die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30 km/h in Teilbereichen in Barbis und Osterhagen ein Anfang - von der AG B 243neu wird eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h in beiden Ortschaften gefordert. Weiterhin drängt die AG auf ein Nachtfahrverbot für Lkw in beiden Orten. Außerdem so, Bürmann-Hackbarth, seien Land und Bund gefordert, das Geld für den im Herbst 2008 begonnen Neubau der Straße bereitzustellen, damit Fertigstellungstermin zum Herbst 2013 nicht noch einmal nach hinten terminiert werden müsse. dah

 

Aus dem Harz Kurier vom 26. August 2010