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Nicht aussagekräftig für Kreisgebiet

Messstelle in Barbis belegt hohe Schadstoffbelastung - Die EU-Grenzwerte werden überschritten

KREIS OSTERODE. Im Landkreis Osterode mit seinen weiten Wald- und Erholungsflächen und seiner prächtigen Landschaft soll die Luft schlecht sein? Kaum zu glauben! Und doch zählt der Kreis zu jenen acht Kommunen, in denen die Überschreitung der von der EU festgelegten Grenzwerte insbesondere bei den Stickoxiden (NOx) für Schlagzeilen sorgt.

Landrat Reuter reagiert gelassen auf die aktuelle Diskussion um Luftqualität, Umweltzonen, Plaketten und Strafzahlungen, zumal in Landkreis Osterode lediglich eine Messstelle, und zwar die in Barbis, Ergebnisse liefert und für die Luftqualität im gesamten Landkreis nicht aussagekräftig sein kann. Der Landkreis hatte, so Reuter gestern, die Einrichtung der Messstation selbst entsprechend befördert, um auf die Luftbelastung durch den Straßenverkehr in den engen Ortsdurchfahrten Barbis und Osterhagen aufmerksam zu machen und im Zusammenhang mit der geplanten Ortsumgehung eine entsprechende Argumentationsgrundlage zu haben. Mit der Fertigstellung der Umgehung sei im jahr 2013 zu rechnen und das Problem dann vom Tisch. Der Landkreis Osterode hat auf die Resultate der Messdaten bereits reagiert und für einige Ortsteile seit dem 23. April Tempo 30 angeordnet. "Die Grenzwerte werden ständig  verschärft", erklärte der
Landrat und kündigte als möglichen nächsten Schritt auf der Eskalationsskala ein Durchfahrtsverbot für Lkw an. Die Sinnhaftigkeit und Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme gelte es aber zunächst genau zu prüfen. Grundsätzlich sei die Luft im Landkreis Osterode gut, ist sich der Landrat sicher. Gestern trafen sich Vertreter der betroffenen Kommunen, auch Mitarbeiter des Landkreises  Osterode, im Umweltministerium mit Hans-Heinrich Sander (FDP), um zu beraten, mit welchen Ausnahmegenehmigungen die von Brüssel drohenden Bußgeldforderungen abzuwenden seien. Für den Kreis Osterode selbst sind keine direkten Konsequenzen zu erwarten, die Zahlungen hätte das Land zu tätigen. Die EU-Richtlinie zur Luftqualität sieht eine Fristverlängerung bis 2015 vor, wenn nachgewiesen ist, dass man das Problem angeht. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass selbst Umweltzonen und Plakettenpflicht nicht den gewünschten Erfolg bringen und Überschreitungen der Grenzwerte beispielsweise bei Stickoxiden an der Tagesordnung sind. Erlaubt sind laut EU-Verordnung ab 2011 nur noch 40 Milligramm NOx pro Kubikmeter Luft.

 

Von Michael Paetzold vom 28. Mai 2010