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Vorsicht bei hohen Ozon-Werten

Mediziner: Körperliche Belastung und Lüften am besten in den Morgenstunden

BRAUNSCHWEIG. Mit den Temperaturen steigen die Ozon-Werte. Unter der erhöhten Konzentration des Gases in der Luft leiden etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung besonders. Matthias Heintzen, Chefarzt am Klinikum Braunschweig, sagt: "Ältere Menschen, Allergiker, Lungenkranke und Menschen mit geschwächter Abwehr reagieren empfindlich auf Ozon."

Symptome sind laut Heintzen gereizte Schleimhäute, Husten, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein. Die höchsten Ozonwerte treten nach Auskunft des Bundesumweltamts im Tagesverlauf zwischen 14 und 17 Uhr auf.

Heintzen empfiehlt jedoch, bereits vom späten Vormittag bis zum Nachmittag auf unnotige körperliche Belastung und Sport zu verzichten. "Wenn man etwas zu erledigen hat, dann am besten morgens oder abends", sagt der Mediziner. Raucher, deren Atemwege gereizt sind, sollten zudem auf Nikotin verzichten.

Räume sollten gut durchlüftet werden - bei hohen Temperaturen bevorzugt in den Morgenstunden.

Die Ozon-Konzentration in der Luft wird bundesweit an rund 500 Mess-Stationen gemessen. In unserer Regionen gibt es zwei Stationen in Braunschweig, eine in Salzgitter und eine in Wolfsburg. Die Daten werden auf der Internetseite des Niedersächsischen Umweltministeriums veröffentlicht.

 

Aus dem Harz Kurier vom 13. Juli 2010
von Eva Pfeiffer

Fakten

Ozon ist ein farbloses, giftiges Treibhausgas, das zur Erwärmung der Erdatmosphäre beiträgt. Hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung fördern die Entstehung von Ozon. Das ist vor allem von Mai bis September der Fall.

Die höchsten Ozon-Werte treten am Stadtrand und in Iändlichen Gebieten auf. Das Iiegt daran, dass das Stickstotfmonoxid in den Autoabgasen mit Ozon reagiert. Weil dabei Ozon abgebaut wird, ist die Konzentration des Gases in Städten geringer.

Im Bundesimmissionsschutzgesetz sind europaweit geltende Zielwerte zur Ozon-Konzentration festgelegt. So soll die Bevölkerung ab einem Ozon-Wert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter über das Radio informiert, ab einem Wert von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter während drei aufeinander folgender Stunden gewarnt werden. (ep)