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Heißere Sommer und kein Eis in der Arktis

Studie: Künftig extremeres Wetter auf der Erde

HAMBURG. Das Klima auf der Erde wird sich nach neuen Modellrechnungen in den kommenden hundert Jahren so schnell wie noch nie ändern. Nach einer Prognose des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie könnte die globale Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu vier Grad steigen. Der Meeresspiegel würde sich dadurch durchschnittlich um bis zu 30 Zentimeter erhöhen. Die Forscher rechnen außerdem damit, dass sich im Zuge der Erwärmung auch in Europa extreme Wetterereignisse wie Hochwasser weiter häufen und verstärken werden.

Im Sommer rechnen die Wissenschaftler unter bestimmten Bedingungen sogar mit dem vollständigen Abschmelzen des Meereises in der Arktis. Für Europa erwarten sie trockenere und wärmere Sommer. Die Winter werden dagegen wärmer und feuchter. Die Modellrechnungen bestätigen zudem die Vermutung, dass der Mensch "einen großen und bislang nie da gewesenen Einfluss auf unser Klimageschehen hat und die globale Erwärmung fortschreitet".

Das "wesentliche Ereignis der Zukunftsszenarien" sei die fortschreitende Erhöhung der Temperatur und die damit verbundene Verschiebung von Klimazonen, erklärte Projektleiter Erich Roeckner. Die Forstwirtschaft werde so in fast allen Teilen der Erde andere als die bislang üblichen Baumarten bewirtschaften müssen.

Die Ergebnisse der Hamburger Klimaforscher werden in den Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Kilmaänderungen einfließen, der alle fünf Jahre im Auftrag der Weltorganisation für Meteorologie und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen erstellt wird und den Regierungen als unabhängige Information zur Verfügung steht. (AFP)

 

Aus dem Harz Kurier vom 30. September 2005