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Heute vor 45 Jahren explodierte in Herzberg die Munitionsfabrik

Als 10000 bis 12000 Tellerminen detonierten

Herzberg (of). Heute vor 45 Jahren starb morgens zwischen 8 und 9 Uhr das alte Nordhausen im fürchterlichen Bombenhagel eines zweiten schweren Luftangriffs binnen 24 Stunden. Gut zwei Stunden vorher war die rund 40 km von Nordhausen entfernt liegende kleine Stadt Herzberg am Harz von einer schweren Explosion in der damaligen Munitionsfabrik am Pfingstanger unterhalb des Schloßberges erschüttert worden. Mehr als zehn Arbeiter, darunter zwangsverpflichtete Ausländer, starben an jenem frühen Aprilmorgen. Es starben auch vier der neun Herzberger freiwilligen Feuerwehrmänner, die einen in den Nachtstunden in dem Munitionswerk ausgebrochenen Brand zu löschen versuchten.

Es war genau 6.12 Uhr am Morgen des 4. April 1945, als das Munitionswerk in die Luft flog. Walter Hoppmann aus Herzberg, einer der neun Feuerwehrmänner aus Herzberg, kann diese Uhrzeit auch heute noch genau belegen: Die Uhr, die er damals trug, war auf 6.12 Uhr stehen geblieben, als er sich aus jenem Feuerlöschteich herausrappelte, in den ihn die gewaltige Explosionswelle geschleudert hatte. Er zog noch seinen Kameraden Ernst Deppe ("Deppen Katz"), der bewußtlos im Wasser lag, mit heraus.

 

 

 

Herzberg (of). Diese Reproduktionen älterer Bilder zeigen das ehemalige Munitionswerk in Herzberg wenige Monate nach der Explosion, als erst einige Straßen des Werksgelände von den Trümmern freigeräumt worden waren. Repros: Matwijow

 

Aus dem Harz Kurier vom 04. Mai 1990

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