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Blaualgen im Jues

Gesundheitsrisiko

Anfang dieses Jahres machte der Juessee negative Schlagzeilen. Er wurde für den Badebetrieb gesperrt.

Was war passiert? Warum wurde der Badebetrieb wegen der Algen untersagt? Algenblüten, gab es die nicht schon immer ? Ist die Gefahr nun wirklich vorbei? Fragen, auf die Herzberger eine Antwort erwarten. Einige sprachen mich an. Hier der Versuch, Antwort zu geben. Viele Fragen sind jedoch noch zu klären.

Warum kam es im Juessee zur Algenblüte?

Es gibt einige Bedingungen, die zusammenkommen müssen. Algen brauchen reichlich Nährstoffe, sie sind sehr wichtig für die Vermehrung und die Algenblüte. Außerdem muss die Wassertemperatur stimmen, die durch die Sonneneinstrahlung im August offensichtlich optimal war. Die Algen bildeten Blüten und diese Blüten trübten, für alle sichtbar, den See grünblau ein. Auf der Wasseroberfläche bildete sie Schlieren.

Warum wurde der Badebetrieb eingestellt?

Seit einigen Jahrzehnten beobachtet man weltweit das Phänomen der Algenblüte, von denen einige Algenarten besonders gefährlich sind. Bei Blaualgenblüten konnten gesundheitliche Wirkungen auf Tiere und Menschen nachgewiesen werden. Krankheiten traten zeitgleich mit dem Zerfall der Blaualgenblüte auf. Beim Zerfall der Blüte werden toxische Inhaltsstoffe freigesetzt, die je nach Aufnahme (Einatmen, Verschlucken oder durch Hautkontakt) sehr unter schiedliche Symptome auslösen können. Auch sind gesundheitliche Folgen des Verzehrs von Fischen aus belasteten Gewässern bekannt. Enten und Hunde starben nachweislich durch belastetes Wasser. Auch Todesfälle bei Menschen werden vermutet.

Algenblüten gibt es schon lange im Juessee.

Das ist sicherlich richtig. Auch andere Gewässer zeigen Algenblüten, oft mehrmals im Jahr. Auch Hautreaktionen und Übelkeit in Folge des Verschluckens gab es schon früher. Auch sind mir Hautrötungen und Kreislaufbeschwerden nach dem Baden bekannt. Die Algenblüte ist die Folge der starken Nährstoffeintrages in den Juessee.

Dieser Nährstoffeintrag erfolgt ja auch nicht erst seit diesem Sommer. Über den Eichelbach und zum Teil auch über die Luft gelangen die Nährstoffe in den See. Die Nährstoffeinträge führten vermutlich zur Steigerung der Belastung. Ich vermute, dass erst seit kurzem bei der Wasserqualität auch der Gehalt an Algen untersucht wird.

Frühere Algenblüten wurden warscheinlich nicht beprobt und deshalb der Juessee nicht gesperrt.

Ist die Gefahr nun vorbei?

Die toxischen Substanzen, die bei der Algenblüte entstehen, werden offensichtlich durch die UV-Strahlung der Sonne nach einiger Zeit wieder abgebaut. Dies kann durch abschöpfen des Algenblütenteppichs beschleunigt werden, dies wurde im Harz Kurier am 16. August 2001 berichtet, Scheint die Sonne nicht so intensiv, ist das Wasser sehr trübe und der Blütenteppich sehr dicht, kann dies den Abbau der giftigen Stoffe behindern und der Juessee muss für längere Zeit gesperrt werden.

Die Gefahr wird erst gedämmt werden, wenn wir die Ursachen der Algenblüte, den starken Nährstoffeintrag in den See, insbesondere über den Eichelbach, in den Griff bekommen. Eine Aufgabe, vielleicht für Generationen. Trotzdem muss sie bald angepackt werden.

 

Verein für Umweltschutz e.V. Jürgen Menge

 

Aus dem Harz Kurier vom 17. September 2001