Themen » Bodenbelastung » Zeitungsartikel » Waschen, schälen, schaben wirkt reduzierend

Waschen, schälen, schaben wirkt reduzierend

Untersuchung von Gartenboden- und Kompostproben auf Schwermetallgehalte

Kreis Osterode (lko). Mehr als 1 100 Gartenboden- und Kompostproben wurden kreisweit untersucht. Anlaß war die Qualitätsbestimmung der Komposte hinsichtlich der Anforderungen der Bundes-Gütegemeinschaft Kompost e.V. im Zusammenhang mit der geplanten Einführung der "Grünen Tonne", auch "Biotonne" genannt.

Es wurden in den einzelnen Proben unterschiedliche Schwermetallgehalte festgestellt, die zum Teil weit höher
liegen als die Grenzwerte dies vorgeben. Bei der Festlegung dieser Werte wurden die heutigen Erkenntnisse hinsichtlich der toxikologischen Folgen von Schwermetallbelastungen für den menschlichen Organismus als Richtschnur verwendet. Grenzwerte sollen dazu dienen, weitere zusätzliche Schwermetallgehalte zu vermeiden und bei vorhandenen Überschreitungen Hinweise und Empfehlungen für zusätzlichen Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Für die Harzregion ist als Hauptursache für die Schwermetallbelastung in Böden der grenzüberschreitende, atmosphärische Ferneintrag dieser Schadstoffe anzusehen. Der aus der norddeutschen Tiefebene steil herausragende Harz filtert mit seiner dichten Bewaldung die Schadstoffe heraus und führt außerdem durch vermehrtes Abregnen zur Anreicherung von Schadstoffen. Dies gilt auch für andere Gebirgszüge, z.B. in Schweden und den USA. Hinzu kommt für die Harzregion eine meist örtlich begrenzte Belastung der Böden mit Schwermetallen als eine der Folgen des seit Jahrtausenden betriebenen Erzbergbaus.

Für Gartennutzer und für die landwirtschaftliche Nutzung von schwermetallbelasteten Böden ist zu berücksichtigen, daß Pflanzen und Pflanzenteile mit Schwermetallen hauptsächlich über die Ablagerung von Staub auf den Pflanzenoberflächen belastet werden können. Unabhängig davon, ist eine je nach Pflanzenart und Pflanzenteil unterschiedlich. Besonders schnell wachsende Gemüsepflanzen, wie z.B. Salat, Spinat, Möhren und Kresse, aber auch Kohlsorten, können Schwermetalle vermehrt aufnehmen. Eine wirksame Reduzierung der Schwermetallbelastungen von Pflanzen läßt sich erreichen, wenn wie üblich grundsätzlich Blatt- und Fruchtgemüse gut abgewaschen und Knollen- sowie Wurzelgemüse zusätzlich geschält und geschabt wird. Durch Kochen, ohne weitere Verwendung des Kochwassers, können Schwermetalle weiter reduziert werden.

Kleinkinder sind am meisten gefährdet. Bei Aufnahme belasteter Böden durch den Mund ist eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht auszuschließen. Größer ist die Gefahr jedoch durch Krankheitserreger, die überall im Boden vorhanden sind.

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich an das Amt für Wasserwirtschaft und Naturschutz des Landkreises Osterode am Harz, Tel.: 05522/960-675 oder an das Gesundheitsamt des Landkreises Osterode am Harz, Tel.: 05522/960-555.

 

Aus dem Harz Kurier vom 06. Juli 1994

[ zurück ]