Themen » Bodenbelastung » Zeitungsartikel » Schwermetallbelastung im Kreis Osterode

Schwermetallbelastung im Kreis Osterode

Vortragsveranstaltung zeigt Ursachen, Krankheitsentstehung und Verhütung auf

Osterode (in/red). Im AOK-Gesundheitszentrum findet am Dienstag, dem 28. Januar von 19.30 Uhr an eine Vortragsveranstaltung über die Schwermetallbelastung im Landkreis Osterode statt. Die Vorträge zu diesem Thema werden von Osteroder Ärzten und von Umweltreferenten aus Herzberg sowie des Naturschutzbundes gehalten.

"In diesen Vorträgen geht es den Referenten nicht um eine Anklage, sondern um Information und Aufklärung, und es geht nicht darum, Umweltängste zu schüren, sondern zu einer Risiko- und Symptomwahrnehmung,- Verarbeitung und Bewältigung beizutragen", sagte HNO-Arzt Manfred Eilts dem Harzkurier.

Eine Untersuchung zu Schwermetallbelastungen im Boden, von Kompost und Küchenabfällen habe in großen Teilen des Kreisgebietes Schwermetallbelastungen durch Blei, Cadmium und Zink ergeben, erinnerte Eilts. Gutachter seien zu dem Schluß gekommen, daß regional unterschiedlich eine gravierende Bleibelastung der Böden vorliege, die sich in dem organischen Material wiederfinde und Anbaubeschränkungen oder Sanierungsmaßnahmen bedürfe.

Schwermetalle könnten im Organismus von Menschen, Tieren und Pflanzen unterschiedliche schädliche Wirkungen haben. "Durch regelmäßige, unbemerkte Aufnahme der Metalle können bei Überschreiten einer gewissen Dosis ernsthafte Vergiftungserscheinungen auftreten. Andererseits sind einige der Metalle, z.B. Eisen und Kupfer, als Spurenelemente für den Körper unentbehrlich", erklärte der Mediziner.

Blei indessen könne z.B. mit Nahrungsmitteln und über die Atemluft aus Autoabgasen in den Körper gelangen und unter anderem Störungen der Blutbildung und des Nerven-systems verursachen. Bei Säuglingen und Kleinkindern könnten schon bei niedrigen Belastungen Hirnschäden auftreten.

Die Einzelvorträge des Abends werden zunächst die einzelnen Metalle verständlich charakterisieren und sich mit Belastungsquellen wie Trinkwasser, kontaminierte Böden, Eigenkompost, Grün- und Küchenabfällen befassen. Weiterhin werde die Aufnahme in den menschlichen und tierischen Organismus dargelegt und in gleichfalls verständlicher Weise die Gesundheitsrisiken und Vorsorgemaßnahmen aufgeführt.

Abschließend wird darauf eingegangen, was der Einzelne tun kann, um die Belastungen mit Schwermetallen für sich und seine Umwelt möglichst gering zu halten.

 

Aus dem Harz Kurier vom 17. Januar 1997