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Boden- und Grundwasserkontaminationen auf dem Gelände der ehemaligen Sprengstofffabrik Pfingstanger

Die Absicht der Stadt Herzberg, am Pfingstanger ein Gewerbegebiet auszuweisen (http://rat.herzberg.de/bi/vo0050.php?__kvonr=696), veranlasst uns, über den Stand der Grundstückssanierung  nachzufragen. Denn das fragliche Grundstück war bereits in den 80-Jahen Gegenstand detaillierter Boden- und Trinkwasseruntersuchungen bezogen auf die Ende des 2. Weltkriegs zerstörte Munitionsfabrik.

Bei diesen Untersuchungen wurden hohe Kontaminationen durch Sprengstoffrückstände der ehemaligen Munitionsfabrik festgestellt (Hexogen, TNT und deren Abbauprodukte, Kohlenwasserstoffe, PAK, PCB und Nitropenta) sowie geringe Gehalte an sog. aromatischen Aminen im Wasser der Trinkwasserbrunnen 3 und 4 der Stadt Herzberg und in der Rhumequelle. Warum diese Stoffe in der relativ entfernten und durch Bergzüge getrennten Rhumequelle nachgewiesen werden können, erklärt sich aus dem verkarsteten Untergrund. Dort befinden sich mehrere hundert Meter mächtige wasserlösliche Zechsteinkalke mit einem Labyrinth aus Hohlräumen, die eine Verbindung vom Siebertal unterhalb des Pfingstangergeländes bis zur Rhumequelle schaffen.

Die Gutachten liegen dem Verein vor. Sie haben keinesfalls die Qualität geheimer Unterlagen sondern waren Gegenstand verschiedener öffentlicher Rats- und Ausschusssitzungen. Von besonderem Interesse ist für uns natürlich, ob es im Hinblick auf die geplante bauliche Nutzung zwischenzeitlich neuere Erkenntnisse über verbliebene Kontaminationen und über den aktuellen Sanierungsbedarf gibt. Im Umweltportal Deutschland (Link über das Umweltministerium Niedersachsen) ist zumindest zu lesen, dass im Bereich Pfingstanger weiterer Überwachungs- und Sanierungsbedarf „empfohlen“ wird.